Wenn Unternehmen den „blauen Vogel“ entdecken…

Oder: Wann Unternehmen twittern sollten und was es dabei zu beachten gilt

Dass Twitter Spaß macht und verbindet, zeigen 155.000.000 Tweets pro Tag. Warum sollten Unternehmen ein Medium mit 200.000.000 registrierten Benutzern nicht auch für geschäftliche Zwecke nutzen?

Eine Einführung für Unternehmen, die auch gerne „zwitschern“ möchten:

1. Was ist Twitter
Diesen Punkt möchte ich an dieser Stelle möglichst kurz halten. Nur soviel: Bei Twitter handelt es sich um eine Anwendung, die sog. Microblogging ermöglicht.
Microblogging wiederum ist nichts anderes als eine bestimmte Form des Bloggens, bei der kurze SMS-ähnliche Nachrichten veröffentlicht werden. Es können Tweets mit bis zu 140 Zeichen verfasst werden und seit August 2011 auch Bilder hochgeladen werden.
Die Nachrichten werden häufig mit einem Link zu Text-, Bild- oder Videoinhalten versehen.

2. Was ist Twitter nicht
Microblogging sollte keinesfalls als reines Marketingwerkzeug (miss-)verstanden und eingesetzt werden. Erhofft sich ein Unternehmen Umsatzsteigerung durch Einsatz von Werbetexten, wird es bei Twitter nicht den gewünschten Erfolg haben. Mit Werbung allein werden sich keine Follower gewinnen lassen und die bereits followen, werden bald das Interesse an einem solchen Account verlieren. Es wird keinen nachhaltigen Schaden anrichten, wenn gelegentlich ein bisschen für das eigene Unternehmen geworben wird. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, was ein soziales Netzwerk wie Twitter sein will: Eine Plattform, wo Nutzer interagieren und kommunizieren. Ziel ist es Mehrwert in Form von wichtigen Informationen, witzigen Meldungen oder kuriosen Neuigkeiten zu schaffen. Kann ein Unternehmen so das Vertrauen und die Reichweite vergrößern, kann in einem zweiten Schritt auch der Wert eines „Fans“ ermittelt und damit der Return on Investment (ROI) ermittelt werden

3. Wann Twitter sinnvoll eingesetzt werden kann.
Was Unternehmen im Vorfeld unbedingt feststellen und festlegen sollen, ist die Zielgruppe. Es wird nicht ohne gehen und planloses Posten außer Arbeit keinen Nutzen bringen. Nicht jeder Wirtschaftsbereich findet in seinem Kunden- und Kooperationsfeld eine Zielgruppe, die sich mit Microblogging à la Twitter erreichen lässt. Kann ein Unternehmen jedoch potentielle Nutzer ermitteln, dann ist der nächste Schritt, eine Strategie zu erarbeiten. Mit dieser sollte festgelegt, wer, wie und welche Informationen über Twitter weitergegeben soll.
Soziale Netzwerke im Allgemeinen, und Twitter im Besonderen, sollte nur dann eingesetzt werden, wenn es in erster Linie darum geht, mit seinen Kunden zu KOMMUNIZIEREN und INTERAGIEREN.

4. Wie Unternehmen ihre Tweets in die Welt entsenden sollten
Unternehmen sollten, haben sie sich entschlossen zu „twittern“, sich ans Filtern machen. Dabei ist es hilfreich sich in die Rolle es Kunden / Nutzers zu begeben und sich zu fragen: „Was „nutzt“ es mir, wenn ich dem Unternehmen xy followe? Bekomme ich Neuigkeiten und Informationen, die einen Mehrwert für mich darstellen?“
Postings wahllos und in sämtliche Netzwerke zu entsenden ist Aktionsmus, der nicht nur blind ist, sondern sich auch als kontraproduktiv erweisen kann. Nämlich dann, wenn Social Networking zu einem nicht mehr überschaubaren Selbstläufer wird, bei dem schlimmstenfalls der Ruf eines Unternehmens geschädigt werden kann.
Diese Meinung ist meine persönliche und basiert nicht auf statistisch erhobenen Daten. Allerdings teilen auch andere Twitter-Nutzer diese Auffassung, weshalb ich sie hier mitteilen möchte.
Einen weiteren Aspekt möchte ich an dieser Stelle noch kurz erwähnen. Sollten es die Kapazitäten eines Unternehmens erlauben, ist die Freistellung bzw. Beauftragung eines Mitarbeiters für die Betreuung des „Social Media Marketings“ anzuraten. Der Einsatz der interaktiven Medien sollte nicht darin bestehen, einmal wöchentlich Nachrichten in sämtliche sozialen Medien-Kanäle zu kopieren. Neben den technischen Tücken, die das “pauschale Posten“ mit sich bringt, riskiert man dabei die unterschiedlichen Arten der Informationsweitergabe und die demographischen Unterschiede der jeweiligen Nutzergruppen aus den Augen zu verlieren.

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