Warum Facebook-Nutzer Unternehmen folgen

Das Jahr 2011 neigt sich langsam dem Ende zu. Es war – und ist – ein Jahr, in dem soziales Netzwerken in nahezu allen Bereichen seine Spuren hinterlassen hat.

Nicht nur der private Bereich ist durchwoben von sozialen Netzen. Immer mehr Marketing-Verantwortliche in Unternehmen scheinen vom Web 2.0-Fieber ergriffen bzw. kommen nicht umhin sich mit Social Media zu befassen.

Und wenn über social communities, Web 2.0 und den dahinterstehenden Mensch geredet wird, darf ein Netzwerk natürlich nicht fehlen: Facebook. Mit allen seinen Stärken und Schwächen wird es auch im Jahr 2012 eine entscheidende Rolle spielen – auch oder gerade für Unternehmen.

Es gibt verschiedene Meinungen über Sinn und Sinnlosigkeit von Unternehmen in sozialen Netzwerken. Darüber, dass Unternehmen sich präsentieren sollten, herrscht zunehmend Einstimmigkeit. Die Darstellungsform hingegen ist mehr als umstritten: während sich die eine Seite direkte Absatzsteigerung beispielweise durch die Integration von Onlineshops oder verstärkte Bewerbung des Produktportfolios bei Facebook verspricht, raten andererseits Experten von zu massiver kommerzieller Nutzung ab. In Verkauf und Gewinnmaximierung sehen sie einen Widerspruch zur eigentlichen Intention sozialer Plattformen – der Kommunikation, dem freien Austausch und dem Teilen von Information.

Die Vertreter des „sozialen Aspekts“ von Facebook & Co. werden jetzt auch durch eine aktuelle Studie unterstützt. Für ihre Diplomarbeit hat Sonja Willamowski von der TU Dortmund ausführliche Interviews und Online-Befragungen mit zehn bzw. 250 Facebook-Nutzern durchgeführt. Die Untersuchung geht der Frage nach, weshalb Menschen „Freunde“ eines Unternehmens werden und was sie sich von deren Auftritten erhoffen.

Über drei Viertel der Befragten gab an, dass sie auf diesem Weg stets auf dem neuesten Stand gehalten werden möchten. Über 61 Prozent der Teilnehmer wollen mit ihrer „Freundschaft“ die Marke unterstützen.

Hinsichtlich der Gestaltung ergab die Umfrage, dass die Nutzer vor allem auf Übersichtlichkeit wert legen. Aktionen, Informationen, Produktneuheiten usw. sollen auf einen Blick zu finden sein. Dabei ist den Befragten vor allem wichtig, dass sich die Postings auf drei bis vier pro Woche beschränken, mehr Mitteilungen würden als Spam aufgefasst.

Auf die Frage nach dem Inhalt wünschen sich die Nutzer vor allem Informationen über aktuelle Entwicklungen, Neuheiten, Aktionen und dergleichen. Oft genannt wurde auch der Wunsch einer direkten Ansprache seitens des Unternehmens, beispielweise mit exklusiven Aktionen oder Berichten für ihre Fans. Genauso wichtig ist für 26 Prozent der Befragten  der Austausch mit Gleichgesinnten. „Einige der Befragten haben über die Unternehmenswebseiten neue Freunde kennengelernt, einfach Menschen, die die gleichen Interessen hatten und die gleichen Dinge toll fanden“, erzählt Sonja Willamoswki.

Die meist rein kommerzielle Intention der Unternehmensprofile stößt jedoch auf wenig Gefallen in der Facebook-Gemeinde. So gaben auch die meisten der Befragten an, dass der direkte Verkauf und zu offensichtliche Werbung nicht zu Facebook passen und gerade einmal 16 Prozent würde die Möglichkeit eines Direktkaufs begrüßen. Argumentiert wurde, dass Verkaufen und der eigentliche Sinn von Facebook – der Interaktion und Kommunikation – nicht kompatibel wären. Außerdem wurden Bedenken über die Zahlungssicherheit aufgrund des schlechten Ruf von Facebook bezüglich des Datenschutzes laut.

Facebook-Nutzer betrachten die Plattform als Freizeitbereich, und deren Inhalt als Bestandteil ihrer sozialen Lebenswelt, „kommerzielle“ Störungen seien dabei unerwünscht.

Die Ergebnisse der Studie können helfen, dass Unternehmen ihre Social-Media-Profile besser auf die Wünsche und Erwartungen der Nutzer abstimmen.

„Das Schöne ist ja, dass die meisten Nutzer gern mit Marken kommunizieren, die ihnen sympathisch sind. Nur die richtige Art von Information muss es sein“ schlussfolgert die Diplomandin selbst.

Mehr Informationen zu der Studie finden Sie hier.

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