Richtig führen – was man von alten Kapitänen alles lernen kann

Christa Maurer, Lindau – Viele  Begriffe aus der Seemannssprache haben Eingang in unsere Alltagssprache gefunden. So ziehen wir beispielsweise alle an einem Strang, sitzen alle in einem Boot oder bleiben auf Kurs. Aber nicht nur im Alltag, auch bei der Praxisführung lässt sich einiges von der Schiffsführung lernen.

So wie ein Kapitän verantwortlich ist für das Schiff, die Crew und die Passagiere, so ist auch ein Praxischef in diesen Bereichen gefordert. Er muss Ziele vorgeben und kommunizieren, deren Erreichung planen (Ressourcen, finanzielle Mittel, Termine) und vieles mehr. Darüber sind im Zusammenhang mit der Patientenbetreuung Aufgaben zu delegieren und zu kontrollieren, um möglichst frühzeitig Kurskorrekturen vornehmen zu können. Und nicht zuletzt ist die Crew zu informieren, zu motivieren, und Konflikte sind zu schlichten. Der große Unterschied zwischen Praxis und Schiff besteht jedoch darin, dass ein Schiff auf Fehler sofort reagiert, während man mit der Praxis schon mal etwas länger auf falschem Kurs unterwegs ist, bis man es merkt.

Segelboot_PR

Wegweisende Vorreiter zeigen, wie wichtig gute Führung ist

Negative wie positive Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, wie wichtig gute Führung, starker Teamgeist und bewegende Motivation sind.  So entstand die Meuterei auf der Bounty aufgrund fehlenden Lobes und ständiger Rüge. Captain Bligh ging als schlechtes Vorbild voran und gibt einen Blick auf die Dinge, die man im Umgang mit seinem Team vermeiden sollte.

Auch darf die genaue Planung eines Vorhabens nicht unterschätzt werden. Der Wettlauf zum Südpol von Scott und Amundsen beweist, dass eine präzise Vorarbeit den Weg zum Erfolg erleichtert. Da Amundsen sich bereits Monate vorher über seine Expedition ein Bild machte, sich bei den Inuit unterrichten ließ und den Proviant errechnete, siegte er nicht nur über seinen Kontrahenten, sondern viel wichtiger noch über den Tod in der Kälte.

Das Team zu motivieren, es zu begeistern, zu unterstützen und das Wir-Gefühl zu stärken ist eine existentielle Aufgabe des Kapitäns, um die Expedition erfolgreich zu führen. Ernest Shackleton erreichte zwar das eigentliche Ziel – die Durchquerung der Antarktis – nicht, rettete dennoch aufgrund seiner Motivationsfähigkeit und der Stärkung seiner Truppe, seinen 28 Männern das leben und brachte sie wieder heil nach Hause.

Nur wer diesen Geist in sich entdeckt, kann ihn auch an seine Mitarbeiter weitergeben. Ein Chef, der ein sicheres Auftreten hat und sich bei seinem Vorhaben vom Team bestärken und unterstützen lässt sowie seinen Mitarbeitern klare Instruktionen geben kann, wird sein  Unternehmen erfolgreich führen können.

Hier erfahren Sie mehr: Führungstraining_Online

Das sagt der Coach

Christa.Maurer

Christa Maurer //Dipl.-Trainerin und Betriebswirtin

Lob gehört zur Motivation ebenso wie gemeinsame Aktivitäten, um das Wir-Gefühl zu stärken. Vorbild zu sein und eigene Wertvorstellungen vorzuleben, sind unerlässlich. Ein solches Verhalten ist nachahmenswert und verstärkt die Identifikation mit der Praxis.

kontakt@christamaurer.de

Buchtipp: Mit Magellan und Captain Cook auf der Kommandobrücke, C. Maurer, 2011, 200 S., 18,50 €, ISBN 978-3-86586-241-9 (Forum Verlag)

Seit 2009 leitet Christa Maurer erfolgreich Führungskräfte- und Teamtraining-Seminare an Bord des Großseglers „Eye of the Wind“. Das Segelschiff fungiert nicht als schwimmender Seminarraum, sondern ist das Modul. In dieser Funktion wird das Schiff sogar zum Führungssimulator, denn die Teilnehmer erleben in verschiedenen Rollen, wie Führung bzw. Führungskompetenzen gestärkt werden können, aber auch wie die eigene Führung wirkt, bzw. wie das Führungsverhalten anderer bei sich selbst ankommt – und das alles mit frischer Meeresbrise, einer erstklassigen Verpflegung sowie Spaß und Abenteuer – also Lernen mit allen Sinnen. Mehr Info und Anmeldemöglichkeiten unter: www.eyeofthewind.net

Kommentar hinterlassen

*