Hat der neue Mitarbeiter seine Stelle angetreten, bieten sich einige Maßnahmen an, um ihn fachlich und sozial zu integrieren, wie das Patensystem: Dem „Neuling“ wird ein erfahrener Kollege zur Seite gestellt, der zudem die notwendige emotionale Intelligenz besitzt. Der Pate hat die Aufgabe, in souveräner und loyaler Weise über die formellen und informellen Wertvorstellungen und Normgültigkeiten im Unternehmen zu informieren und die Integration in die Arbeitgruppe zu unterstützen.
So schön die Vorstellung klingen mag, so umstritten ist das Patensystem in der Praxis. Bei ungenügender Vorbereitung kann es sein, dass der Pate ein „Plappermaul“ ist, der jeden Klatsch und Tratsch an den „Neuen“ weitergibt.
Eine weitere Gefahr besteht im immanenten Rollenkonflikt, der zwischen dem Vorgesetzten und dem Paten entstehen kann.
Trotz aller wichtigen Vorüberlegungen darf man sich bezüglich der informellen Maßnahmen zur Integration keine allzu großen Gedanken machen. Menschen sind von Natur aus soziale Wesen: haben Sie im Vorfeld gute Personalauswahl und Teamentwicklung betrieben, so wird das Team seinerseits spontan Maßnahmen ergreifen, die einem „Neuling“ den Einstieg erleichtern.
Innovationspotenzial erkennen und fördern
Nutzen Sie die Ideen neuer Mitarbeiter, die besonders zu Beginn ihrer Tätigkeit noch keine Betriebsblindheit aufgebaut haben, durch gezieltes Vorschlagswesen und Innovationsgespräche.
Teambildung als Wiederholungsschleife
Wenn ein neuer Mitarbeiter integriert werden soll, müssen Sie sich auf eine erneute Teambildung einstellen, die in folgenden Phasen verläuft:
- Orientierung: Die Mitarbeiter machen sich miteinander und mit der Aufgabe an sich vertraut.
- Konfrontation: Die Rollen werden verteilt.
- Kooperation: Ein echtes Wir-Gefühl tritt ein.
- Wachstum: Die gesamte Teamenergie fließt in die Bewältigung der Aufgabe. Jedes Teammitglied ist froh, wenn die letzte Phase gemeinsam erreicht wurde, da nun aufgrund des gewachsenen Teamzusammenhalts Spitzenleistungen möglich sind.
Beachten Sie, dass die einzelnen Phasen wiederholt durchschritten werden können und dass dies häufig dann der Fall ist, wenn ein neues Mitglied zum Team dazustößt. Fragen Sie sich hier immer, ob Sie ein wirklich gut funktionierendes Team zusammengestellt haben.
Homogenität oder Heterogenität?
Auch bezüglich der Teamzusammenstellung stellt sich häufig die Frage, ob sich Gegensätze hier eher anziehen, oder ob eine höhere Teamleistung durch gleichgesinnte Teammitglieder zu erreichen sei? Bedenken Sie aber bei dieser Frage, dass homogene Teams meist weniger Koordinationskonflikte aufweisen, leider aber auch über weniger Kreativitätspotenzial und Ressourcenvielfalt bezüglich der verschiedenen Talente verfügen.
Heterogene Teams bündeln unterschiedliche Qualifikationen, benötigen aber größeren Aufwand bezüglich der Integration und des Zusammenwachsens, was im schlimmsten Fall zu „Gruppendenken“ führen kann.
Evaluation der Maßnahmen
Wenn Sie sich als Führungskraft die Mühe machen und Zeit und Geld in die sinnvolle Gestaltung des Integrationsprozesses investieren, so macht es Sinn, die durchgeführten Maßnahmen gezielt zu bewerten. Lassen Sie die durchgeführten Maßnahmen von beiden Seiten bewerten. Sie selbst sollten Ihre Meinung ebenfalls nicht unbeachtet lassen.
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